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AWO-Gesundheitsmoderatorinnen stellen das Erfahrungswissen der Erzieher*innen in den Mittelpunkt ihrer Kitas

01.12.2015
Oft  sind es schon die kleinen Dinge und einfachen Ideen, die spürbare Verbesserungen bringen. Und wenn sie dann auch systematisch zusammenwirken, dann hat sich der Aufwand wirklich gelohnt. – So könnte man das Zwischenfazit und den Ausblick der zwölf Kita-Gesundheitsmoderatorinnen der AWO in Brandenburg zusammenfassen, die sich am 1. Dezember 2015 zu einem weiteren produktiven Erfahrungsaustausch getroffen haben.

In einem mehr als einjährigen Pilotprojekt wurden im Rahmen der AWO-Gesundheitsinitiative ICH LEBE GESUND gemeinsam mit der AOK Nordost und der IKK Brandenburg-Berlin als Partner der AWO-Gesundheitsinitiative die ersten Gesundheitsmoderatorinnen für die AWO-Kitas ausgebildet und begleitet. Mit dem Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheitsforschung (ZAGG) wurde ein Partner gefunden, der sich intensiv und flexibel der motivierenden Ausbildung und Begleitung der Moderatorinnen gewidmet hat.

Und nunmehr können die ersten Gesundheitsmoderatorinnen stolz auf sich sein, die am 1. Dezember 2015 ihre Qualifizierungsbescheinigungen feierlich überreicht bekommen haben. Und nicht nur weil sie nunmehr das Zertifikat in der Hand halten. Sondern vielmehr, weil sie Prozesse in ihren Einrichtungen angeschoben haben, die Betroffenen zu Beteiligten gemacht haben. Sie haben unter ihrer Anleitung mit dem Kollegium arbeitsbedingte Beschwerden identifiziert,  angefangen deren Ursachen abzubauen und so die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen  und die Leistungsfähigkeit der Kita verbessert.

In vielen Einrichtungen findet man ähnliche oder vergleichbar grundlegende Bedingungen – und doch sind sie immer wieder einrichtungsindividuell und wirken sie sich unterschiedlich aus. Also ist es die Aufgabe der Moderatorinnen, gemeinsam mit dem Kita-Team Gestaltungsmöglichkeiten zu identifizieren, um die Einrichtungen von innen heraus zu entwickeln und dabei Gesundheit und Lebensqualität der Kolleginnen und Kollegen zu verbessern. Denn auch das sind wichtige Voraussetzungen für eine gute Kinderbetreuung.

Bei den wohl wenigsten Gesundheitsmoderatorinnen waren die Erwartungshaltung und das eigene Selbstvertrauen in ihre künftige Rolle so hoch, als sie im November 2014 mit der Qualifizierung begonnen haben. Und doch sind nunmehr schon erste Ergebnisse aus den von ihnen angeleiteten Team-Sitzungen sichtbar: So wurden in den Einrichtungen einzelne stressauslösende Abläufe und Kommunikationsmomente identifiziert, bestimmte Aufwand und Nutzen von bestimmten Angebote in Frage gestellt, Möglichkeiten zur bewussten Pausennutzung geschaffen, Maßnahmen zur Lärmreduktion besprochen und teilweise umgesetzt, gemeinsame Teambildungstage vereinbart oder auch beschlossen, bestimmte Lösungsvorschläge in den folgenden Monaten zu erproben. So unterschiedlich auch die jeweils dringenden Probleme und ersten Lösungsschritte sind, so zeigt sich, dass in den Einrichtungen eigene reale Maßnahmepläne bereits entwickelt werden konnten oder im Entstehen sind.

Die Ergebnisse der bisherigen Gesundheitszirkel in den Kitas zeigen zugleich, dass die gemeinsame Problemidentifikation und vor allem die gemeinsame Problemlösung eine teamstärkende Wirkung hat und Belastungen reduziert. Gleichzeitig erfahren die Fachkräfte in den Einrichtungen, dass sie mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten die Arbeitsbedingungen selbst auch verbessern können.

Um die  Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu gewährleisten, aber auch um einen fortwährenden Dialog um schrittweise weitere Verbesserungen zu initiieren, braucht es  die Absprache mit Einrichtungsleitung und weiteren Entscheidungsträgern auf Trägerebene. Auch hierbei kommt den Moderatorinnen eine wichtige Mittlerrolle zu, die künftig gestärkt werden soll. Auch wenn die Qualifikation selbst abgeschlossen ist, sollen die Gesundheitsmoderatorinnen in weiteren Austauschrunden und Feedback-Workshops künftig weiter begleitet werden. Auch sollen sie Unterstützung bei der Umsetzung von weiteren Maßnahmen erfahren, um konkrete Lösungsansätze zur besseren Organisation innerhalb der Einrichtung und zur Gesundheitsförderung sowie Prävention weiter zu verfolgen.