AWO Ortsverein Schwedt e.V.

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AWO fordert Doppelpass beizubehalten

11.08.2016
Mehrstaatigkeit gehört zu einem Einwanderungsland

Zu den neuesten Vorschlägen aus der Unionsfraktion im Namen der Inneren Sicherheit, u.a. die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft abzuschaffen, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker: 

„Wer die Abschaffung des Doppelpasses fordert, versteht nicht, wie eine moderne Einwanderungsgesellschaft funktioniert. Gefolgt wird damit lediglich dem Populismus von AfD und anderen. Die Botschaft an die Einwandererinnen und Einwanderer würde dadurch lauten: Ihr gehört nicht dazu. Der Bundestag hat erst im Jahr 2014 nach jahrzehntelangem Streit die Optionspflicht abgeschafft und das Staatsbürgerrecht den gesellschaftlichen Realitäten angepasst. Beim Kampf gegen den Terror dürfen die Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund nicht unter einen Generalverdacht gestellt werden. Deutschland braucht dringend eine ernstgemeinte Willkommens- und Anerkennungskultur und eben keine Unterscheidung zwischen den hier lebenden Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund.

Die AWO fordert die bedingungslose Anerkennung der Mehrstaatigkeit nicht nur für hier geborene und aufgewachsene Kinder, sondern auch für ihre Eltern, die sich einbürgern lassen wollen. Für die Arbeiterwohlfahrt bedeutet eine gelebte Willkommenskultur, dass gleichberechtigte Teilhabe am sozialen und politischen Leben für alle Menschen ermöglicht wird. Diskriminierende Strukturen darf es nicht mehr geben. Wir sollten heute im Jahr 2016 endlich fortschrittliche Politik machen und nicht mehr Gesetze verabschieden, die zwischen ‚Wir‘ und ‚Ihr‘ unterscheiden und diskriminieren. Eine Mehrstaatigkeit muss möglich sein, so hat es auch die Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten.“