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Alterssicherung: AWO fordert Rentenniveau abzusichern

12.04.2016
"Verhindern wir eine weitere Absenkung des Rentenniveaus nicht, gerät das gesamte System der Rentenversicherung ins Wanken“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die heute veröffentlichten Ergebnisse einer WDR-Recherche zum Thema Altersarmut. Demnach droht fast jedem zweiten Bundesbürger, der ab 2030 in Rente geht, die Altersarmut. „Die Beschäftigten müssen sich darauf verlassen können, später von ihrer Rente leben zu können. Die AWO fordert jedes weitere Absinken des Rentenniveaus zu stoppen und das Rentenniveau wieder zu verbessern“, betont Stadler.

Um Altersarmut nachhaltig und gezielt vorzubeugen, bedarf es nach Ansicht der AWO unabhängig von der Höhe des Rentenniveaus eines umfassenden Maßnahmenpaketes: Hierzu zählen neben erforderlichen Arbeitsmarktreformen, wie etwa der Eindämmung von Minijobs, Zeitarbeit und sachgrundlosen Befristungen sowie ein Maßnahmenbündel zur Schließung der Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen, mehr Anerkennung für Kindererziehungs- und Pflegezeiten sowie die Einführung einer Mindestsicherung in der Rentenversicherung. Dazu müsse sichergestellt werden, dass die Rente wieder auf jährlichen und lohnorientierten Rentenanpassungen basiert. „Ziel aller Bemühungen muss es sein, dass zukünftige Rentner ein Renteneinkommen erhalten, das die erbrachten Leistungen auch wiederspiegelt“, erklärt Stadler.

Besonders besorgniserregend ist die schlechte Rentenentwicklung vor dem Hintergrund,  dass sich der Arbeitsmarkt derzeit in einer stabilen Verfassung befindet und ein hoher Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zu verzeichnen ist. Als Gründe für zu niedrige Renten gelten das niedrige Rentenniveau, geringe Löhne im Einzelhandel oder Gastgewerbe, die hohe Zahl Teilzeitbeschäftigter sowie der wachsende Anteil von Mini-Jobbern und Solo-Selbstständigen. „Die gesetzliche Rentenversicherung muss zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut werden, die alle gesellschaftlichen Gruppen umfasst, damit auch diejenigen eine Absicherung erhalten, die kaum Ansprüche auf Leistungen im Alter haben“, führt Stadler abschließend aus.

Unter Berufung auf eigene Recherchen und Berechnungen errechnete der WDR, dass fast die Hälfte der Neurentner ab 2030 abhängig von staatlichen Grundsicherungsleistungen wären. Wichtigster Grund dafür sei das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente. Von 2030 an soll es auf bis zu 43,5 Prozent des Durchschnittslohns der gesamten Lebensarbeitszeit sinken. Derzeit liegt das Rentenniveau noch bei knapp 48 Prozent.