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Armut von Kindern und Jugendlichen in Europa: AWO fordert Kurswechsel!

27.10.2015
Armut und Perspektivlosigkeit grassieren in der jüngeren Generation Europas: Fast 30 Prozent aller jungen Menschen unter 18 Jahren sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Rund 5,4 Millionen zwischen 20 und 24 Jahren haben gar keinen Kontakt zum Arbeits- oder Ausbildungsmarkt. Das zeigt die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Erschreckend ist, dass diese Befunde längst nicht neu sind. AWO Vorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler verdeutlicht heute, dass die Arbeiterwohlfahrt (AWO) seit Jahren auf diese gefährlichen Entwicklungen hinweist.

Die Zahlen, die auf Ebene der Europäischen Union zur Europa-2020-Strategie gesammelt wurden, zeigen, dass das Elend wieder in Europa ankommt. „Diese Daten demonstrieren, dass die derzeitigen politischen Strategien nicht aufgehen“, erklärt Stadler. Er warnt: „Wir sind dabei, unsere Zukunft zu verspielen und Armut zu zementieren.“ Die AWO macht darüber hinaus deutlich, dass die Perspektivlosigkeit der Jüngeren gefährlich ist und vor allem das zunehmende Nord-Süd-Gefälle eine enorme Sprengkraft für die EU insgesamt darstellt und somit auch für die Zukunft Deutschlands.

Für die AWO ist klar, dass immer neue Programme gegen Jugendarbeitslosigkeit alleine keine Lösung sein können. Die Ursachen für die verheerenden Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt können so alleine nicht bekämpft werden. „Wir müssen das Problem an der Wurzel anpacken und uns von den üblichen Liberalisierungen und Kürzungsprogrammen verabschieden“, führt der Vorstandsvorsitzende aus.

Die EU muss eine echte Fiskalunion werden und die soziale Dimension stärken. Für die AWO gehört dazu beispielsweise ein gemeinsames Mindestniveau an sozialen Standards zu verankern. Genauso sind Transfers zu organisieren, wie sie in Deutschland mit dem Länderfinanzausgleich bereits akzeptiert werden. Deshalb sind die Struktur- und Investitionsfonds in diese Richtung weiterzuentwickeln. Die AWO diskutiert derzeit konkrete Vorschläge, die Ende des Jahres präsentiert werden.

Klar ist schon jetzt: „Von einem sozialen Europa profitieren letztlich alle Menschen in der EU. Deshalb braucht die EU mehr Integration und Solidarität – gerade auch vor den aktuellen Herausforderungen“, ist sich Stadler sicher. Auch die Bundesrepublik würde in jedem Fall erheblich profitieren. Stadler verweist abschließend auf die Flüchtlingskrise: „Wir spüren doch gerade sehr deutlich, wie sehr uns ein Europa der nationalen Egoismen schadet. Das sollte für uns ein Weckruf sein und uns motivieren, gemeinsam die soziale Dimension der EU zu stärken.“