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Familien mit Migrationshintergrund – Besonders Mütter fördern

03.02.2015 „Deutschland wird immer bunter und vitaler. Entscheidend dazu beigetragen haben Einwanderinnen und Einwanderer und ihre Familien, die aus den unterschiedlichsten Motiven ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlagert haben“, kommentiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die heute vom Statistischen Bundesamt bekannt gegebene Zahl von 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Familien mit Migrationshintergrund. Leider entsprechen viele der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen noch nicht dieser Realität. So müsse es das Ziel einer erfolgreichen Familienpolitik sein, die wirtschaftliche Stabilität von Familien abzusichern. „Besonders Mütter sollten dabei unterstützt werden, ins Berufsleben ein- oder aufzusteigen“, findet Döcker und ergänzt:  „Die Erwerbsbeteiligung von Müttern fördert in einem ganz wesentlichen Maße die soziale und kulturelle Einbindung. Sie stellt damit für die Kinder ein nicht zu unterschätzendes Rollenvorbild dar.“ Eine eigene Berufstätigkeit helfe den Frauen auch dabei, ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben zu führen. Grundvoraussetzungen für die berufliche Integration sind neben fachlichen und sprachlichen Kenntnissen eine gute und verlässliche Kinderbetreuung.

Als Gründe für die Nichtinanspruchnahme von Betreuungsangeboten werden von befragten Eltern zwei Faktoren am häufigsten genannt: zu teure Angebote oder fehlende Plätze. Auch wenn sich Mütter mit Migrationshintergrund sehr stark in Bezug auf ihre Qualifikation und Berufserfahrung unterscheiden, ist der Anteil derjenigen, die als geringfügig Beschäftigte, vor allem in Minijobs arbeiten groß. Für sie sind die Betreuungskosten ein möglicher Grund, auf eine Kitabetreuung zu verzichten. „Die AWO fordert einen kostenlosen Kitabesuch und eine dauerhafte Beteiligung des Bundes an den Kosten der Kinderbetreuung. So können alle Kinder von der frühen Förderung profitieren“, betont Döcker.

Die klassische Familie mit Migrationshintergrund gibt es nicht. Ihre Lebenswelten unterscheiden sich genauso wie die aller Familien. Dennoch haben viele Familien ähnliche Probleme. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums sind Familien mit Migrationshintergrund etwa doppelt so häufig armutsgefährdet wie Familien ohne Migrationshintergrund. Sie sind etwa dreimal so häufig Aufstocker wie Familien ohne Migrationshintergrund. „Die Förderung  von Müttern sollte gestärkt werden, damit sie nicht in schlechten Arbeitsverhältnissen mit niedriger Bezahlung stecken bleiben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und damit die wirtschaftliche Stabilität der Familien zu stärken ist eines der Kennzeichen gelungener Familienpolitik. Das gilt für alle Frauen und Männer, ganz gleich, ob mit oder ohne Migrationshintergrund“, erklärt Döcker abschließend.