Wunschbaum im „Lea Grundig“

Weihnachten naht und ein sehr ungewöhnliches Jahr neigt sich dem Ende.

Weihnachten- das Fest der Liebe, der Familie, der Besinnlichkeit und? des Schenkens! Kinder zu erfreuen, ist recht einfach. Sie haben klare Wünsche, die sie nennen können oder auf einen Wunschzettel schreiben. Man versucht alles, sie ihnen zu erfüllen, auch wenn es vielleicht etwas teurer wird und das Geld nicht so locker sitzt. Glückliche Augen sind der Dank.

Dieses Jahr ist für unsere Senioren ein besonderes gewesen. Mehr als sicherlich irgendwer anderes haben sie Veränderungen gespürt, sich gesorgt und Einschränkungen hinnehmen müssen. Ihr Schutz als Risikogruppe verlangte von ihnen ein hohes Maß an Umgewöhnung ab, was alten Menschen eh schwer fällt. Sie hatten nicht die Angst, dass das Toilettenpapier knapp ist… Ihre Sorgen waren andere: Hoffentlich bleiben alle gesund und hoffentlich kann ich weiter Besuch bekommen. Letzteres ist oft die einzige Möglichkeit, Kontakt zur Familie zu haben, während es uns vielleicht leichter fiel, nun öfter das Telefon in die Hand zu nehmen oder eine Nachricht zu versenden bzw Video- Anrufe zu tätigen, um sich auszutauschen. Wir haben alles möglich gemacht, was geht, um den Senioren dieses für sie so wichtige Bedürfnis zu erfüllen. Und doch war es eben anders.

Und genau so sahen die Wünsche unserer Senioren aus, die sie aufschrieben. Wir riefen in unserem „Stöberblatt“ in diesem Monat auf, sich an der Wunschbaumaktion zu beteiligen. An dem schön dekorierten Baum im Foyer des „Lea Grundigs“ hängen sehr liebevoll gestaltete kleine Zettel, auf denen die Bewohner ihre Wünsche aufschrieben. Nicht einen einzigen Wunsch kann man davon kaufen oder mit Geld bezahlen! Die vom Krieg geprägte Generation wünschte sich Frieden in der Welt, Gesundheit (und die nicht nur für sich selbst, sondern für alle) sowie Besuche der Familie.

Bewegt bleibt man vor dem Baum stehen, liest sich alles durch und wenn man mal ehrlich ist: das ist doch eigentlich das Wichtigste! Erst wenn man darum bangen muss, erkennt man den Wert. Das wissen ältere Menschen am besten.